9. August 2021

Plus-MINT Forscher-Camp ein großartiger Erfolg

5 Tage tüfteln und forschen Deutschlands Top-MINT-Talente an der Schlei – Ein Bericht von Marit Kock und Anne Studt. Beide Schülerinnen sind bzw. waren Teil des bundesweiten plus-MINT Programms und gaben als Teambetreuer beim Forscher-Camp ihr Wissen an die Nachwuchsforscherinnen und -forscher weiter.

Das plus- MINT Forscher-Camp ist ein fünftägiges Sommercamp auf dem Gelände der Stiftung Louisenlund. Die Teilnehmer haben allesamt den Sonderpreis für interdisziplinäre Projekte bei Schüler experimentieren gewonnen und erhalten neben einem Geldbetrag auch die kostenlose Teilnahme an diesem Camp. Dank der finanziellen Unterstützung der Gisela und Erwin Sick Stiftung kann dieser Preis an die MINT-Talente von Morgen vergeben werden. Die Schülerinnen und Schüler erlangen so einen Einblick in das Leben in einem plus-MINT Internat und erleben den Vorteil an diesem bundesweit exzellenten Programm. Doch auch für die Betreuer bot das MINT-Camp einzigartige Erfahrungen – wie zum Beispiel Einblicke in die Lehrerperspektive.

Der erste Tag des plus-MINT Forscher-Camps war geprägt von der Anreise der Schüler und von dem gegenseitigen Kennenlernen. Auch wenn die Gruppe sich dort zum ersten Mal getroffen hat, wurden schnell die Namen der anderen gelernt und es bildete sich sogleich ein schönes Gruppengefüge. Auch wir Betreuer konnten uns untereinander kennenlernen und bemerkten schnell, dass wir uns auf eine entspannte und anregende Woche einstellen können. Am Montag durften wir die Kinder in das Segeln einführen. Dazu liehen wir uns einen der vier Kutter aus und segelten raus auf die Schlei. Das Wetter war zwar leicht bedeckt, doch der Regen blieb glücklicherweise aus. Die Begeisterung der Kinder über das Segeln zu sehen, ganz besonders, weil es für viele das erste Mal war, stellte sich für uns Betreuer als einer der schönsten Momente heraus. Am Nachmittag führten die Kinder eine Rallye über das Gelände Louisenlunds durch. Dabei durchliefen sie verschiedene Stationen, an denen sie forschen und entdecken konnten. So durften sie zum Beispiel eine Münze versilbern, das Schleiwasser auf Düngerrückstände testen, oder ihr eigenes Gewicht mit Hilfe der Hebelgesetze ermitteln. Doch sie kamen nicht nur mit der Wissenschaft, sondern auch mit der Freimaurer-Historie in Kontakt, indem sie beispielsweise typische Wahrzeichen der Freimaurerkultur finden und lokalisieren mussten. Natürlich durfte auch der Sport nicht fehlen. Dafür sorgte Malte, ein angehender Sportlehrer, jeden Tag – und damit auch täglich für ein Highlight im Tagesplan. Ganz besonders attraktiv bei den Jungs war das Fußballspielen, bei dem sehr viel Einsatz und Motivation gezeigt wurde.

Am Dienstag unternahmen wir eine Wanderung. Ziel war die andere Seite der Großen Breite – die eine Hälfte der Gruppe segelte hin und die andere wanderte. An der Steilküste wurde getauscht. Auf der Wanderung wurden vor allem die Unterhaltungen großgeschrieben und auch wir Betreuer konnten uns an dem regen Austausch mit den Kindern beteiligen. Zudem lernten wir alle etwas über den Riesenbärenklau, der als invasive Pflanzenart die Landstriche Schleswig-Holsteins ziert. So wissen wir nun, dass man diese Pflanze lieber nicht berühren sollte, da die enthaltenen Furocumarine unter Sonneneinstrahlung phototoxische Reaktionen hervorrufen.

Am Nachmittag wechselte der Themenbereich von der Biologie in die Physik. Die Schüler sollten mit Hilfe begrenzter Materialien einen Fallschirm bauen, der eine kleine Metallkugel mit möglichst geringer Geschwindigkeit zum Boden bringen sollte. Die Konstruktionen unterschieden sich von Gruppe zu Gruppe und es war sehr spannend zu sehen, wie die einzelnen Gruppen untereinander arbeiteten. Sehr positiv ist uns aufgefallen, dass trotz der teilweise großen Altersspanne alle in die Arbeit mit eingebunden waren und dabei viel Freude und Motivation gezeigt haben. Am Ende konnte sich eine Siegergruppe herauskristallisieren, die die Fallgeschwindigkeit ihrer Kugel durch den Fallschirm auf ganze zwei Meter pro Sekunde abbremsen konnten.

Am Mittwoch ging es dann ein letztes Mal ans Segeln und dieses Mal klappten die Manöver fast ganz von alleine: jedes Kind wusste, wo ein Segel losgelassen werden musste und wann das nächste dichtzuholen war. Nachmittags wurde die Gruppe geteilt: ein Teil durfte Chemieexperimente zu Lithium-Ionen-Akkus durchführen und der andere Teil Modellflugzeuge bauen. Donnerstagnachmittag wurde dann getauscht. Bei den Chemieversuchen wussten wir Betreuer uns vor Fragen kaum zu retten und waren hellauf begeistert von dem regen Interesse und dem chemischen und physikalischen Verständnis, das die Schüler an den Tag legten. In einigen Fällen endete es dann damit, dass das eigentliche Thema nur am Rande behandelt wurde, dafür aber andere, mindestens genauso spannende Themen, untersucht wurden. Diese Momente stellten sich als mitunter die wertvollsten für die jungen Forscher und Forscherinnen heraus, denn sie durften ihrer Neugierde und Vorstellungskraft freien Lauf lassen. Beim Probefliegen der Modellflugzeuge entpuppten sich die Kinder als wahre Naturtalente und viele packte sofort das Flugfieber, sodass sie noch einige Stunden auf dem Sportplatz verbrachten und mit den Flugzeugen trainierten.

Die Abende dienten stets als schöner Ausgleich in der Gemeinschaft zum anspruchsvollen Tagesprogramm. So wurden Mittwoch wieder hitzige Diskussionen beim Werwolf-Spiel geführt und ein paar Mädchen machten es sich mit einem Film gemütlich.
Donnerstag, unser letzter gemeinsamer Tag, war für viele noch einmal ein Highlight, denn es konnte endlich in der Schlei geschwommen werden! Allerdings erst abends, denn morgens war ein spannendes Bioprojekt an der Reihe, mit verschiedensten Chemikalien sollte die Braunfärbung angeschnittener Äpfel verhindert werden.

Nach dem Schwimmen im kühlen Nass der Schlei wurde zum Abschied noch einmal gegrillt, denn Schwimmen macht ja bekanntlich hungrig. Freitag hieß es dann, nach fünf spannenden, ereignisreichen und lustigen Tagen, Abschied nehmen, was allen Betreuern schwer viel, denn die Schülerinnen und Schüler waren uns allesamt sehr ans Herz gewachsen. Alle von ihnen haben mit ihren zum Teil sehr verschiedenen Persönlichkeiten dazu beigetragen, dass das Forscher-Camp allen, sowohl Betreuern als auch Schüler, so viel Spaß gemacht hat. Und alle Betreuer und Betreuerinnen waren sich einig, dass aus diesen einzigartigen Kindern und Jugendlichen einmal beeindruckende junge Erwachsene werden.

Wir wünschen uns alle sehr, dass wir auch im kommenden Jahr mit dem Forschernachwuchs aus ganz Deutschland ein spannendes und lehrreiches plus-MINT Forscher-Camp auf die Beine stellen können.

Im Namen des gesamten Teams bedanken wir uns bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, bei den Eltern, der Gisela und Erwin Sick Stiftung und insbesondere bei Herrn Dr. Alheid für die perfekte Durchführung und Organisation dieses Forscher-Camps.


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