Forschen, entdecken, Gemeinschaft erleben – Plus-MINT Forscher-Camp 2026 in Louisenlund
20. August 2026
Eine Woche voller Experimente, neuer Herausforderungen und gemeinsamer Erlebnisse: Beim plus-MINT Forscher-Camp 2026 kamen in Louisenlund 37 besonders MINT-begeisterte Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland zusammen. 17 von ihnen hatten sich als Sonderpreisträger im Fachgebiet “Physik” bei „Jugend forscht junior“ für die Teilnahme qualifiziert, 20 von Ihnen im Fachgebiet “Interdisziplinäre Projekte”.
Ein besonderer Dank gilt der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, die den Sonderpreis Physik bei „Jugend forscht junior“ fördert und damit die Teilnahme der ausgezeichneten Nachwuchsforscher am plus-MINT Forscher-Camp ermöglicht.
Das Forscher-Camp bietet jungen MINT-Talenten die Möglichkeit, Naturwissenschaften außerhalb des klassischen Schulunterrichts zu erleben, eigene Interessen zu vertiefen und vor allem andere Jugendliche kennenzulernen, die ihre Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik teilen.
Nach der Anreise am Montag und der Begrüßung durch Sven Meier, Geschäftsführer des Vereins zur MINT-Talentförderung e. V., bezogen die Teilnehmer ihre Zimmer im Eschenhaus. Bei verschiedenen Kennenlernspielen brach das Eis schnell. Schon nach wenigen Stunden zeigte sich, was das Camp während der gesamten Woche prägen sollte: Neugier, Offenheit und eine Gemeinschaft, in der neue Kontakte schnell zu Freundschaften wurden.
Chemie zum Anfassen
Am Dienstag startete das wissenschaftliche Programm. In verschiedenen Workshops wurde experimentiert, beobachtet und ausgewertet. Die Teilnehmer stellten unter anderem eigene Seifen her, untersuchten Redoxreaktionen und gingen weiteren chemischen Fragestellungen im Labor nach.
Nach konzentrierter Laborarbeit wartete am Nachmittag eine Schnitzeljagd über den Campus von Louisenlund. In kleinen Teams mussten Gedichte und Hinweise entschlüsselt, Orte gefunden und unterschiedliche Aufgaben gelöst werden. Dabei waren nicht nur Köpfchen, sondern auch Zusammenarbeit und Kreativität gefragt.
Am Abend rückten dann die eigenen Forschungsprojekte der Teilnehmer in den Mittelpunkt. Beim MINT-Forum präsentierten sie ihre Projekte aus den Wettbewerben von „Jugend forscht junior“ – mit einer besonderen Herausforderung: Für die Vorstellung standen jeweils maximal drei Minuten zur Verfügung. Komplexe wissenschaftliche Fragestellungen verständlich, präzise und spannend auf den Punkt zu bringen, verlangte den jungen Forschern einiges ab und bot zugleich Gelegenheit, ganz unterschiedliche Forschungsgebiete kennenzulernen.
Und weil zu einem gelungenen Forschercamp nicht nur Labor und Wissenschaft gehören, endete der Tag mit zahlreichen Runden „Werwolf“.
Physik, Technik und die Frage: Fliegt es?
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Physik. In unterschiedlichen Workshops beschäftigten sich die Teilnehmer mit physikalischen Phänomenen und technischen Anwendungen. Besonders praktisch wurde es beim Bau eigener Modellflugzeuge aus Holz. Hier waren physikalisches Verständnis, handwerkliches Geschick und die Bereitschaft gefragt, Konstruktionen immer wieder zu überprüfen und zu optimieren.
Durch einen Wechsel der Gruppen am Nachmittag konnten alle Teilnehmer unterschiedliche Angebote kennenlernen und selbst aktiv werden. Ein gemeinsamer Fototermin sowie die Möglichkeit zum Schwimmen rundeten den Tag ab.
Ein rohes Ei auf großer Mission
Am Donnerstag wartete mit der Eier-Challenge eine der besonderen Teamaufgaben der Woche. Alle Gruppen erhielten identisches Material und denselben Auftrag: Eine Konstruktion entwickeln, die ein rohes Ei bei einem Sturz aus möglichst großer Höhe zuverlässig schützt.
Was zunächst einfach klingt, entwickelte sich schnell zu einer anspruchsvollen Mischung aus Physik, Konstruktion, Kreativität und Teamarbeit. Es wurde diskutiert, gebaut, verworfen und verbessert – bevor die Konstruktionen schließlich dem Praxistest unterzogen wurden.
Am Nachmittag ging es für viele Teilnehmer noch einmal an die Modellflugzeuge, bevor der Tag bei einem gemeinsamen Filmabend mit „Minions“ oder „Top Gun“ entspannt ausklang.
Zwischen Gelelektrophorese und Segeln auf der Schlei
Ein besonderer Höhepunkt wartete am Freitag. Während eine Gruppe mit zwei Jugendwanderkuttern auf der Schlei unterwegs war und dabei Teamarbeit, Koordination und Verantwortung auf ganz praktische Weise erleben konnte, beschäftigte sich die andere Gruppe im Labor mit der Gelelektrophorese – einem grundlegenden Verfahren der Molekularbiologie, mit dem DNA-Fragmente nach ihrer Größe aufgetrennt und sichtbar gemacht werden können.
Nach dem Gruppenwechsel hatte jeder Teilnehmer die Gelegenheit, beide Welten kennenzulernen: moderne Laborarbeit auf der einen und gemeinsames Segeln auf der Schlei auf der anderen Seite.
Am Nachmittag wurde es beim Indian-Dutch-Ball-Turnier noch einmal sportlich. Den Abschluss der Campwoche bildete schließlich ein gemeinsamer Abend im Schülerhaus. Es wurde gefeiert, getanzt, erzählt – und natürlich durfte auch eine letzte Runde „Werwolf“ nicht fehlen.
Mehr als eine Woche Naturwissenschaft
Am Samstag hieß es Abschied nehmen. Nach dem gemeinsamen Aufräumen kamen die Eltern zum Mittagessen nach Louisenlund, bevor eine intensive Woche zu Ende ging.
Was blieb, waren nicht nur neue Kenntnisse über Redoxreaktionen, Flugphysik, Gelelektrophorese oder technische Konstruktionen. Das Forscher-Camp zeigte erneut, wie wichtig es für junge MINT-Talente ist, auf Gleichgesinnte zu treffen, gemeinsam Fragen zu stellen, Ideen auszuprobieren und die Erfahrung zu machen, dass die eigene Begeisterung für Naturwissenschaften von anderen geteilt wird.
Genau darin liegt der besondere Wert des plus-MINT Forscher-Camps: Talentförderung bedeutet nicht nur, Wissen zu vermitteln. Sie bedeutet auch, Räume zu schaffen, in denen Neugier, Forschergeist und Gemeinschaft wachsen können.
Nach sechs intensiven Tagen verließen die Teilnehmer Louisenlund deshalb nicht nur mit vielen neuen wissenschaftlichen Eindrücken, sondern auch mit neuen Bekanntschaften, gemeinsamen Erinnerungen – und vielleicht schon mit der nächsten Forschungsfrage im Gepäck.
Text: Lena Dreeßen, plus-MINT
Fotos: Sven Meier, plus-MINT